Geschichte

1877 wurde in Buchs der «Wehrverein Buchs» gegründet, 1910 wurde daraus mit dem Eintritt in den kantonalen Schiessverein die «Schützengesellschaft Buchs». Der Weg zur eigenen Schiessanlage im Niedermoos war lang und von vielen Rückschlägen geprägt. Hier erzählen wir die wichtigsten Stationen bis zum Jubiläum «150 Jahre» im Jahr 2027.

Von der Armbrust zum Sturmgewehr

Die Armbrust ist in der Schweiz seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Ende des 14. Jahrhunderts kamen die ersten Handfeuerwaffen auf, später folgten Steinschlossgewehre, Stutzer und ab 1867 die Hinterlader. Mit dem Vetterli-Gewehr und dem Repetiergewehr Modell 1889 begann eine lange Reihe von Ordonnanzwaffen bis zum Karabiner und zum Sturmgewehr.

Schweizer Ordonnanzgewehre (von links): Vetterli-Gewehr, Gewehr Modell 89, 89/96, 96/11 und Modell 11

Die Soldaten konnten ihre Waffen nach Hause nehmen, 1874 wurde die Schiesspflicht verordnet. Das ausserdienstliche Schiesswesen gewann an Bedeutung: Gab es 1870 im Kanton Luzern erst 17 Schiessvereine, waren es 1873 bereits 42. 1872 wurde der Militärschiessverein Uffikon-Buchs gegründet. Seine 1874 angeschaffte Fahne trug beide Gemeindenamen; nach der Trennung wurde der Name Buchs mit Farbe überdeckt.

Wehrverein Buchs ab 1877

1877 trennte sich Buchs im Schiesswesen von Uffikon, und der Wehrverein Buchs wurde gegründet. 48 Mitglieder unterzeichneten damals die Statuten. Das erste Protokoll ging bei einem Brand verloren.

Ruhig waren die Anfänge nicht: Am 25.03.1879 wurde an der Generalversammlung dem Präsidenten vorgeworfen, sich nicht an die Statuten zu halten. 24 Mitglieder verlangten die Auflösung des Vereins. Nach mehreren Schreiben bestätigte man dem Militärdirektor, dass der Verein mit 23 Mitgliedern weiterbestehe.

1892 bot der Gemeinderat die Mooskiesgrube zum Aufstellen der Scheiben an. Geschossen wurde von einem Abschnitt der Strasse in den Eichbühl.

Die Jahre 1899 bis 1921

An der Generalversammlung vom 16.04.1899 wurden neue Statuten beraten. Wer bei der ersten Schiessübung am 23.04.1899 unentschuldigt fernblieb, wurde mit zwei Franken gebüsst. Im November 1906 fand ein Ausschiesset auf dem Schiessplatz Steinholz statt: geschossen wurde unterhalb des Restaurants Eintracht, die Scheiben standen im Blattacher.

Um 1910 trat der Verein dem kantonalen Schiessverein bei und wurde so zur Schützengesellschaft Buchs. Während des Ersten Weltkriegs ruhte das Schiessen praktisch zwei Jahre lang. Am 26.11.1916 fand bei kalter Witterung ein Zobigschiessen bei der «Eintracht» statt.

1917 fuhren die Buchser mit zwei geschmückten Federwagen ans Feldsektionswettschiessen nach Sursee und kehrten mit vier Ehrenmeldungen heim. Am Feldschiessen 1918 erreichte Buchs unter sechs Gesellschaften den zweiten Rang und den Lorbeerkranz.

Die Schiessplätze in Buchs ab dem 18. Jahrhundert (①–⑥); Nr. 6 ist die seit 1949 bestehende 300-Meter-Anlage

Nach 1921 erklärten Experten die bisherigen Schiessplätze wegen ungenügender Zeigerdeckung als untauglich.

Erster fester Schiessplatz und erstes Sauschiessen

1926 setzte der Verein eine Kommission für eine neue Anlage im Obermoos an der Moos-Strasse ein. Das erträumte Schützenhaus musste 1927 fallengelassen werden. Stattdessen entstand eine hölzerne Liegepritsche aus Rundholz, und die Zeiger erhielten einen Betonunterstand.

Am 23. und 24.07.1927 feierte der Verein sein 50-Jahr-Jubiläum mit einem Jubiläumsschiessen. 1931 fand das erste Sauschiessen statt, mit einem Hauptdoppel für fünf Franken und anschliessender Unterhaltung mit Musik.

Auf Schiessplatzsuche

Ab 1936 suchte der Verein immer wieder nach einem besseren Standort. Pläne für eine Anlage unterhalb der «Eintracht» scheiterten 1937, weil der Gemeinderat die Gemeinde nicht noch mehr belasten wollte. Der Präsident ermunterte die Schützen: «Ein rechter Schweizer lässt den Kopf nicht gleich hängen.»

1942 wurde ein Baufonds angelegt. 1945 erklärten ein eidgenössischer Schiessplatzexperte und der Schiessoffizier den Platz im Obermoos für untauglich. 226 Bettelbriefe und Sammelaktionen liessen den Baufonds bis 1946 auf 6000 Franken anwachsen.

Es folgten bewegte Jahre: Aussteckungen, Einsprachen, Beschwerden an den Regierungsrat und hitzige Debatten an Generalversammlungen. Um das gesammelte Geld zu sichern, wurde eine Stiftung errichtet.

Neuer Platz im Niedermoos und Einweihung des Schützenhauses

Wie aus heiterem Himmel bot sich dann im Niedermoos eine neue Möglichkeit: Ein Landabtausch mit gemeindeeigenem Land ersparte die Kosten für den Bodenerwerb. Am 10.10.1948 beschloss die Generalversammlung einstimmig, im Niedermoos zu bauen. Der eidgenössische Schiessoffizier bezeichnete den Platz als sehr gut.

Am 16.02.1949 erfolgte die Aufrichte des Schützenhauses, am 01. und 02.05.1949 wurde das Einweihungsfest gefeiert. Endlich besassen die Buchser eine eigene zweckmässige Anlage mit sechs Zugscheiben nahe dem Dorf – ein Meilenstein in der Buchser Geschichte.

Das Schützenhaus im Niedermoos, gebaut im Winter 1948/49; rechts die 1974/75 angebaute Schützenstube

Fronarbeit, Kies- und Steinlieferungen sowie Pferde und Traktoren wurden mit 3998 Franken bewertet. Ende Juni 1952 folgte das Standeinweihungs-Schiessen mit über 500 Schützen; das Absenden am 06. und 07.07.1952 war mit der 75-Jahr-Feier und der Fahnenweihe verbunden.

Ab 1949 fanden wieder regelmässig Jungschützenkurse statt. 1974/75 wurde die Schützenstube angebaut. Am 100-Jahr-Schiessen 1977 schossen 1334 Schützen aus 57 Sektionen auf den Ständen Buchs und Wauwil.

Erstes Schützenlotto

1979 wurde das erste Schützenlotto ein Volltreffer. Das Buchser Frühlingsschiessen war ein voller Erfolg: 190 Gruppen aus der ganzen Zentralschweiz nahmen daran teil. 1987 wurde das Schützenhaus vergrössert, isoliert und schalldämpfend ausgekleidet.

1990 nahmen die Schützen eine elektronische Trefferanzeige «Sius Ascor» für acht Scheiben in Betrieb. An Eidgenössischen Schützenfesten holte der Verein unter anderem 1958 in Biel, 1969 in Thun und 1979 in Luzern den Goldlorbeer.

Jungschützenwesen

Die Jugend begeisterte sich schon früh für das Schiessen: Bereits im 15. Jahrhundert erhielten junge Armbrustschützen Ehrengaben vom Luzerner Rat. Die Militärorganisation von 1874 verpflichtete die Kantone zum militärischen Vorunterricht. 1915 liess der Weltkrieg die Jungschützenkurse wieder aufleben.

1936 fand das erste Junioren-Wettschiessen statt, seit 1937 heisst es «Jungschützen-Treffen». Die Ausbildung ist der militärischen Instanz unterstellt, die Durchführung liegt bei den anerkannten Schiessvereinen.

Bis heute – und 150 Jahre im Jahr 2027

Heute verfügt der Stand im Niedermoos über zehn Scheiben. 2005 wurden künstliche Kugelfänger ergänzt, sodass weiterhin im Niedermoos geschossen werden kann. 2012 bauten die Buchser Schützen ihre fast 40-jährige Schützenstube um.

Seit rund hundert Jahren organisieren die Buchser Schützen eigene Anlässe wie Aus-, End- und Zobigschiessen, Jubiläumsschiessen oder das Frühlingsschiessen (1984–2004). Auch das Feldschiessen und das Obligatorisch werden auf dem eigenen Stand geschossen, ebenso weitere öffentliche Schiessanlässe.

2027 feiert die Schützengesellschaft ihr 150-Jahr-Jubiläum mit einem speziellen Jubiläumsschiessen. Geplant sind eine Vereinskonkurrenz, ein Gruppenwettkampf und ein Auszahlungsstich. Die voraussichtlichen Schiesstage sind vom 03.09. bis 05.09.2027 und am 10.09. und 11.09.2027 (Änderungen vorbehalten).

Meilensteine

  • 1872: Gründung des Militärschiessvereins Uffikon-Buchs
  • 1877: Gründung des Wehrvereins Buchs
  • 1910: Eintritt in den kantonalen Schiessverein, neuer Name «Schützengesellschaft Buchs»
  • 1927: Liegepritsche im Obermoos, 50-Jahr-Jubiläum
  • 1931: erstes Sauschiessen
  • 1942: Baufonds angelegt
  • 10.10.1948: Entscheid für den Standort Niedermoos
  • 01./02.05.1949: Einweihung des Schützenhauses
  • 1952: Standeinweihungs-Schiessen, 75-Jahr-Feier und Fahnenweihe
  • 1974/75: Anbau der Schützenstube
  • 1977: 100-Jahr-Schiessen
  • 1979: erstes Schützenlotto
  • 1990: elektronische Trefferanzeige «Sius Ascor»
  • 2005: künstliche Kugelfänger
  • 2012: Umbau der Schützenstube
  • 2027: 150 Jahre Schützengesellschaft Buchs

Quelle: «Buchs – Eine Gemeinde im luzernischen Hürntal», 1996 (ISBN 3-909221-28-9), Kapitel «Schiesswesen», S. 269–278; Website der Schützengesellschaft Buchs (LU)

Umbau der Schützenstube 2012.

Umbau der Schützenstube 2012.

Umbau der Schützenstube 2012.

Umbau der Schützenstube 2012.

Alte Schützenstube.

Alte Schützenstube.

Archivbild: Frauenfeld 2005.

Archivbild: Frauenfeld 2005.